Am kommenden Freitag findet das letzte Gartencocktail dieser Saison in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff statt. Für die musikalische Umrahmung sorgt diesmal DJ veloziped aus Meran, dessen Repertoire von jazzigen Klängen über Soul und Techno-Dub bis hin zum Disco-Boogie reicht. Von 19.00 bis 22.30 Uhr stehen am Seerosenteich der Gärten Sessel und Sofas bereit, es werden Cocktails und Häppchen aus der mexikanischen Küche serviert. Das passt gut zu den Kakteen und exotischen Pflanzen. Der Eintritt zum „Gartencocktail“ kostet 5 Euro, hoffen wir also auf schönes Wetter.
Sprachen in Trentino Südtirol
Wie spricht es sich in der nördlichsten Region Italiens? Meistens wird auf diese Frage geantwortet, dass die Hauptsprache der Provinz Trient italienisch und jene der Provinz Bozen deutsch ist. Das ist richtig, aber stark vereinfacht, denn so vergißt man die unglaubliche Vielzahl an Dialekten und Subsprachen, die hier, wo sich großen Kulturen überschneiden, gebildet haben, und kleine Sprachinseln, welche hinter den Bergen Jahrhunderte überlebt haben. Ganz zufällig bin ich über eine Seite der Humboldt-Universität Berlin gestoßen, auf der man sich eine kleine Kostprobe der Unterschiede anhören kann. Die Realität ist natürlich viel komplexer! Denn es gibt nicht nur die Ladiner im Grödnertal, Gadertal und Fassatal (von denen übrigens jedes Tal eine ganz eigene Variante spricht), sondern auch noch die Mocheni und die Zimbern von Lusern. Und auch die unüberschaubare Zahl deutscher und italienischer Dialekte könnten viele Linguisten als eigene Sprachen klassifizieren, falls es eine schriftliche Form gäbe.
Seiser Alm Umlaufbahn noch gesperrt
Die Inbetriebnahme der Seiser Alm Umlaufbahn am 26.05.07 wurde wegen Schadens am Tragseil verschoben. Man hofft auf ene Inbetriebnahme Ende Juli. Was gültig bleibt, ist die Strassensperre der Zufahrt zur Seiser Alm von 09.00 Uhr bis 17.00 Uhr (Gäste von Betrieben auf der Seiser Alm am An- und Abreisetag ausgenommen).
Inzwischen ist ein Shuttle-Bus-Dienst zur Seiser Alm eingerichtet worden; dieser verkehrt ab Kastelruth in Richtung Seiser Alm im 15-Minuten-Takt, ab der Ortschaft Seis im 10-Minuten-Takt. Zusteigen ist bei allen bestehenden Bushaltestellen längs der Route möglich. Der Ticketverkauf an der Kassa der Talstation der Seiser Alm Bahn, im Bus und in den Büros der Tourismusvereine.
Pustertal bekommt moderne Bahn
Langsam wird evident, wie der Nahverkehr der Zukunft im Pustertal aussehen wird. Das Land Südtirol möchte offenbar neben den Verbesserungsarbeiten an der Strecke und dem Aus- und Neubau der Bahnhöfe auch auf neues Rollmaterial setzen. Wie es aussieht soll es sich dabei um Elektro-Triebwagen des Typs „Flirt“ aus den Schweizer Stadler-Werken handeln. Diese sollen zwischen Franzensfeste bei Brixen und Innichen eingesetzt werden. Möglich scheint auch, die Verbindung bis Lienz in Osttirol verlängern zu können, auch wenn in Österreich ein anderes Oberleitungs-System verwendet wird als in Italien. Bis die neuen Züge fahren, werden allerdings noch etwa 2 Jahre vergehen.
Traditionen zu Tisch im Trentino
“Agriculture” – die Kombination aus „Kulturen“ und „landwirtschaftliche Lebenswelt“ – so nennt sich das kulinarische Highlight vom 13. Juli bis 28. August auf den Piazze und Wiesen der Trentiner Dörfer. Im Mittelpunkt stehen die leckeren Produkte und Aromen der traditionellen Trentiner Küche.
Insgesamt sind es elf Veranstaltungen welche allen Interessierten die Welt der trentiner Bauerntraditionen zu Tisch nahe bringen. Jeweils an den Vormittagen gibt es Workshops, in denen Ursprung, Tradition und Zubereitung von Produkten wie Knödeln und Strudel vermittelt wird.
Die Veranstaltungen findem am 13. Juli in Campitello di Fassa, dann am 17/07 in Riva del Garda, am 20. Juli in Comano Terme, am 27. Juli in Tesero, am 3. August in Spiazzo Rendena, am 10.8. in Ronzo Chienis, am 14.8. in Bondo, am 17.08 in Fiera di Primiero, am 21. August in Rabbi, am 24. in Fai della Paganella und am 28. August 07 in Coredo.
Messners Bergmuseum bei Eppan
In Eppan auf Schloss Sigmundskron, hat der bekannte Bergsteiger Reinhold Messner vor einem Jahr das „Moutain Museum“ eröffnet. In Wirklichkeit ist Sigmundskron (Firmian) nur ein Element, wenn auch das zentrale, des gesamten Bergmuseums, welches sich auf weitere themenspezifische Standorte in den Alpen ausdehnt.
Reinhold Messner nennt es auch den »verzauberten Berg«. Der Berg kann Menschen verzaubern, und das ist es was im Messner Mountain Museum Firmian zu spüren ist. Das MMM (Messner Mountain Museum) Firmian auf drei Säulen: der Burg selbst, dem Sanierungskonzept sowie den eigentlichen Ausstellungs-Stücken. Auf einer Fläche von über 1.000 m2 erinnern Bilder, Skulpturen und verschiedene andere Gegenstände an Berg-Expeditionen. Der »Weiße Turm« hingegen ist der Geschichte der Burg und jener von Südtirol gewidmet (für Südtirol hat der Hügel bei Sigmundskron noch eine besondere Bedeutung wegen der Kundgebung von 1957).
Besonders interessant ist, wie die Burg zum Museum umgebaut wurde: Der Südtiroler Architekt Werner Tscholl hat dies geschafft, ohne die Gemäuer zu verändern – die Konstruktuion aus Holz und Metall wurde einfach in die alte Struktur eingebaut. Eine völlig neue Art, mit historisch wertvoller Baustubstanz umzugehen, ohne ihr eine neue Nutzung zu verweigern. Sollte irgendwann das Museum schließen, so könnten die Strukturen einfach herausgeschraubt werden, und Schloß Sigmundskron wäre wieder in seinem ursprünglichen Zustand.
Bild: Auch die Umgebung in der Nähe des Schlosses ist bezaubernd: Hier die Weinberge von Eppan.
Klimawandel – Bananen statt Äpfel?
Gestern war Live Earth, und das ist doch Grund genug sich um die Klimaveränderungen Gedanken zu machen. Vizepräsident Al Gore hat mit seinem Film „Eine unbequeme Wahrheit“ durchaus den Kern der Problematik für viele Menschen sichtbar gemacht. (Gore ist natürlich nicht mehr Vizepräsident der USA, aber des Verwaltungsrates von Apple, und daher erlaube ich mir als Apple-Aktionär, ihn weiterhin so zu nennen). Überwältigend im Film ist jene Grafik, wo Gore mit einer Hebebühne nach oben fährt, um die dramatischste Erhöhung der CO2-Menge in der Luft seit 650.000 Jahren zu zeigen. Im Film kommen die europäischen Alpen gar nicht so selten vor, so zum Beispiel der Gletscher des Adamello, im gleichnamigen Naturpark gelegen. Der Klimawandel ist bei uns also auch ein Thema. Was mich freut, ist dass unsere Politiker – jedenfalls auf lokaler Ebene – durchaus das Problem erfasst haben. Vor allem im Bereich der Reduzierung des Energieverbrauchs der Häuser hat z.B. das Klimahaus-Südtirol-Projekt Maßstäbe gesetzt, von denen nicht nur andere italienische Regionen lernen können. Jedenfalls, was erfreulich ist – haben in den letzten beiden Monaten die Temperaturen wie auch die Niederschläge für eine Entspannung der Lage – auch auf den Gletschern – gesorgt. Dennoch wissen wir alle, dass der Trend zu einem heißeren Europa und auch zu einer wärmeren Alpenregion Realität ist.
In Lana bei Meran hat nun ein Apfelbauer die Konsequenz gezogen und seine Äpfelbäume durch Bananenstauden ersetzt. „Die halten bis zu minus 15 Grad aus“, sagt Bauer Martin Laimer gegenüber der Tageszeitung „Alto Adige“. Beim traditionell milden Klima in der Meraner Umgebung sollte dies also zu schaffen sein. Allerdings brauchen das neue Obst aus Südtirol sehr viel Wasser, und glücklicherweise gibt es in der Gegend ja die Waalsysteme zur Bewässerung…
Passeiertal als Wanderdestination
Das Passeiertal versucht sich als Wanderdestination zu profilieren. Das ist mehr als verständlich, denn wenige km nordöstlich von Meran gibt es wirklich unzählige Möglichkeiten, die Natur zu erleben. Bis hier reichen sogar die für den Vinschgau typischen Waalwege, hier beginnt der Naturpark Texelgruppe, hier hat sich noch vieles von dem erhalten, was für das traditionsreiche Tirol typisch ist. Andreas Hofer, der wohl bekannteste Tiroler, war logischerweise ein Pseirer!
Vom noch mediterranen Meraner Umland wechselt das milde Klima des Etschtales Schritt für Schritt zum höher gelegenen Hinterpasseier, welches klimatisch etwas kühler und auch im Winter sehr attraktiv ist (z.B. Skigebiet Pfelders).Wie erwähnt, zählt ein großer Teil des Tales zum Naturpark Texelgruppe. Er zeugt von der unendlichen Vielfalt der Pflanzen und Tiere in einer Welt, die sich vom angenehmen milden Klima bis hin zur Eisregion erstreckt. Die größte hochalpine Seenplatte Südtirols befindet sich dort – es sind die famosen Spronser Seen.
Auf 2.355 m ü. d. M. liegt das Bergwerk Schneeberg, welches vom 15. Juni bis 15. Oktober zu besichtigen und nur zu Fuß erreichbar ist. Von der Timmerljochstraße im Passeiertal gibt es vier Aufstiegsmöglichkeiten, die ungefähr 2 bis 2,5 Stunden dauern. Eine Stollenfahrt mit der Grubenbahn ist ein unvergessliches Erlebnis.
Vorgezogene Apfelernte dank Klimawandel
Ist es der allzeit beschworene Klimawandel, oder war einfach nur ein außergewöhnlich warmer Frühling? Die Antwort auf diese Frage hätten wir wohl alle gerne, doch die kalten Mai- und Junitage von 2006 sind mir noch gut in Erinnerung – also nicht so einfach, allgemein von einer Erwärmung zu sprechen. Zumindest im vorigen Jahr nicht. Aber wenn sich die Klimatorlogen noch über das Ausmaß des Wandels und die Auswirkungen auf die Alpen unterhalten (erst vor wenigen Monaten ist Thomas Demetz in eine Studie überraschend zum Schluß gekommen, dass das Grödnertal zumindest in den nächsten Jahrzehnten nicht an Schneemangel im Winter leiden wird), kann die Obstwirtschaft in Trentino Südtirol bereits darüber grübeln, wie die Ernte in diesem Jahr organisiert wird – sie dürfte ca. 3 Wochen vorgezogen werden. Vom Vinschgau durch das Etschtal und von der Val di Sole ins Nonstal denken die Bauern schon an die Erntehelfer.
Artenvielfalt auf der Seiser Alm
Wie das Südtiroler Lpa meldet, waren vorgestern 60 Zoologen, Botaniker und Pilzkundler auf der Seiser Alm unterwegs, um anlässlich des Tages der Artenvielfalt die Flora und Fauna am Plattkofel zu zählen. Dabei wurden über 1100 unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten gefunden, darunter erstmals in dieser Region der gelbweiße Gloeozystidenrindenpilz.
Außerdem wurden drei Flechtenarten entdeckt, die Italien weit nur von wenigen Stellen bekannt sind: Tuckneraria laureri, Pycnora sorophora und Ramboldia insidiosa. Erstaunlich ist der Fund des Pilzes Amanita friabilis, einer Art, die in Auwäldern wächst und nur ausnahmsweise in höheren Lagen vorkommt. Sie zählt zu den gefährdetsten Pilzarten Europas und ist in den Zentralalpen bislang nur von ganz wenigen Fundorten her bekannt.
Insgesamt haben die Forscher 369 Gefäßpflanzen, etwa 100 Moose, 115 Flechten, 100 Pilze und 30 Schnecken, rund 60 Spinnentiere, 100 Hornmilben, 84 Schmetterlinge, 45 Heuschrecken, Laufkäfer und Bienen, 30 Kurzflügler, 15 Ameisen, drei Amphibien und Reptilien, 39 Vögel und fünf Säugetiere unterschiedlicher Art gesichtet.
Die Idee zum Tag der Artenvielfalt stammt aus den USA und wurde von der deutschen Zeitschrift GEO in Europa eingeführt. Ziel der Aktion ist es, das Bewusstsein für die Artenvielfalt vor der eigenen Haustür zu fördern. Die Daten aus der Untersuchung werden in die Datenbank des Naturmuseums eingegeben und dienen vielerlei Zwecken, so wissenschaftlichen Projekten oder als Grundlage für naturschützerische Anliegen.




