Artenvielfalt auf der Seiser Alm

Wie das Südtiroler Lpa meldet, waren vorgestern 60 Zoologen, Botaniker und Pilzkundler auf der Seiser Alm unterwegs, um anlässlich des Tages der Artenvielfalt die Flora und Fauna am Plattkofel zu zählen. Dabei wurden über 1100 unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten gefunden, darunter erstmals in dieser Region der gelbweiße Gloeozystidenrindenpilz.

Außerdem wurden drei Flechtenarten entdeckt, die Italien weit nur von wenigen Stellen bekannt sind: Tuckneraria laureri, Pycnora sorophora und Ramboldia insidiosa. Erstaunlich ist der Fund des Pilzes Amanita friabilis, einer Art, die in Auwäldern wächst und nur ausnahmsweise in höheren Lagen vorkommt. Sie zählt zu den gefährdetsten Pilzarten Europas und ist in den Zentralalpen bislang nur von ganz wenigen Fundorten her bekannt.

Insgesamt haben die Forscher 369 Gefäßpflanzen, etwa 100 Moose, 115 Flechten, 100 Pilze und 30 Schnecken, rund 60 Spinnentiere, 100 Hornmilben, 84 Schmetterlinge, 45 Heuschrecken, Laufkäfer und Bienen, 30 Kurzflügler, 15 Ameisen, drei Amphibien und Reptilien, 39 Vögel und fünf Säugetiere unterschiedlicher Art gesichtet.

Die Idee zum Tag der Artenvielfalt stammt aus den USA und wurde von der deutschen Zeitschrift GEO in Europa eingeführt. Ziel der Aktion ist es, das Bewusstsein für die Artenvielfalt vor der eigenen Haustür zu fördern. Die Daten aus der Untersuchung werden in die Datenbank des Naturmuseums eingegeben und dienen vielerlei Zwecken, so wissenschaftlichen Projekten oder als Grundlage für naturschützerische Anliegen.

am-10940.jpg

Veröffentlicht in: on Juli 2, 2007 at 7:47 Kommentar schreiben