
Dolomiten – Cortina d’Ampezzo, der noble italienische Skiort, der bereits Austragungsort von olympischen Winterspielen war, will sich der autonomen Provinz Bozen-Südtirol anschließen. Bisher gehört die Dolomitengemeinde zur venetischen Provinz Belluno, fühlt sich von ihr aber nicht gut genug vertreten. „Die Region Venetien kümmert sich nur um die Lagunenstadt und die Belange der Ebene, vielleicht noch der Badeorte an der Adria. Wir hier in den Bergen werden vernachlässigt“, so argumentieren die Ampezzaner. Der Gemeinderat hat nun eine Volksabstimmung beantragt, die in diesem Herbst stattfinden wird. Südtirol hat bereits angedeutet, Interesse an der „Übernahme“ der ampezzanischen Gebiete zu haben. Denn genauso wie im Gadertal, also dem Gebiet um Alta Badia, dem Grödnertal und dem Fassatal wird in Cortina die ladinische Sprache gesprochen. Anders als in der Region Trentino-Südtirol wird die Sprachminderheit im Veneto jedoch kaum gefördert. Mehr als dies scheint die Ampezzaner aber zu stören, daß ihr Steueraufkommen in einen Topf fällt, aus welchem sie selbst nur wenig herausbekommen. Trentino-Südtirol mit seiner Sonderautonomie würde die Ampezzaner anders behandeln. Ob die Sprache oder das Geld den Ausschlag geben – der Ausgang der Volksabstimmung ist bereits klar.