Die ladinische Sprache

Südtirol besitzt in Italien eine Sonderstellung. Die Bevölkerung spricht deutsch und ist damit eine Sprachenminderheit im großen Staat. Doch damit nicht genug. Nach dem System der russischen Matrjoschka gibt es im „hl. Land“ Südtirol eine weitere sprachliche Minderheit, die auf ihre Tradition und Kultur sehr bedacht ist. Im Grödnertal und im Gadertal, aber auch im Fassatal im Trentino, in Buchenstein und Cortina d’Ampezzo (Belluno) spricht man außer deutsch und/oder italienisch auch ladinisch.

Eine Tatsache, die sich in Südtirol auch auf die Mentalität der Grödner und Gadertaler Bürger auswirkt. Das Ladinische entstand in der Zeit, als der römische Feldherr Drusus mit seinen Mannen nach Norden herauf zog und sich auch in Südtirol niederließ. Nun entstand eine Mischung aus der römischen und der altkeltischen (rätischen) Kultur, die ladinische Sprache war geboren. Mehrere Spracheinflüsse konnten den Erhalt des Ladinischen in den Tälern der Dolomiten, die oben genannt wurden, nicht beeinflussen. Übrigens findet man die Sprache auch im Friaul und im schweizerischen Graubünden.

Die Sprache enthält je nach Beeinflussung auch verschiedene Wörter, aus dem Deutschen bzw. Italienischen abgeleitet. Insgesamt werden im Südtirol und Trentino fünf Idiome (Mundarten) gezählt: das Maréo/Badiot (Ennebergisch/Abteitalisch, das Gherdëina (Grödnerisch), Fascian (Fassanisch), Anpezan (Ampezzanisch) und das Fodom (Buchensteinisch).

Ladinisch wird von einer der kleinsten Sprachgruppe Europas gesprochen und in Gröden z.B. auch in der Schule unterrichtet.

Veröffentlicht in: on November 12, 2008 at 10:32 Kommentar schreiben
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