Bozen Museion: Politiker im Hungerstreik

Wir können es kaum fassen! Da wird monatelang darüber diskutiert, ob in einem sehr modernen Museum in Bozen im wahrscheinlich nicht sehr modernen Südtirol ein Frosch von der „Wand“ genommen werden sollte oder nicht. Als ob es im Leben nur darum ginge, den Schein der Dinge zu wahren, kämpfen zahlreiche Südtiroler mit allen erdenklichen Mitteln darum, dass ein Kunstwerk Martin Kippenbergers, das einen grünen, ans Kreuz genagelten Frosch darstellt, im neu eröffneten Museion (Museum für moderne Kunst) entfernt wird. Und da wir gerade mitten im Wahlkampf sind (oder macht er das wirklich aus persönlicher Überzeugung?), setzt sich einer unserer Politiker ganz persönlich und intensiv für dieses Ziel – also gegen den Frosch – ein. Seit gestern, Mittwoch, 9 Uhr, ist er nämlich im Hungerstreik. Bis der Frosch entfernt werde, wolle er in Vertretung des sehr gekränkten Teils der Bevölkerung, der diese Maßnahme befürworte, nichts mehr essen. Logisch ist dieses Ereignis „ein gefundenes Fressen“ für die Opposition in der Landesregierung, um sich in den Tageszeitungen auch ein wenig „in den Vordergrund zu diskutieren“. Laut Presse hat die Intitiative dieses Politikers wirklich nichts mit den Wahlen im Herbst zu tun…

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Schenna: Alte Wagen machten Furore

Die „Südtirol Classic“ in Schenna – 6. bis 13. Juli 2008 – war und bleibt eine besondere Art, sich mit dem Thema Auto auseinanderzusetzen. Eine etwas gemütlichere, als man es von Autorennen gewohnt ist. Da treffen sich Autofreaks, die sich vor allem mit alten Modellen auseinandersetzen und – natürlich – auch eines besitzen. Bummelfahrten, gutes Essen, sich unter Freuden treffen, das steht bei der „Südtirol Classic“ im Vordergrund. Die Rally selbst besteht aus Rundfahrten durch die schönsten Gegenden Südtirols.

Die erste Route führte ab 9:30 Uhr von Schenna über den Jaufenpass nach Sterzing und dann nach Wiesen/Pfitsch. Nach der Mittagspause fuhr die Truppe nach Brixen, Klausen, Bozen und zurück nach Schenna. Am 2. Tag gings über die MeBo zum Messner Mountain Museum, kurz MMM genannt. Nach dessen Besichtigung fuhr man nach Eppan in die Fraktion Perdonig zur Mittagspause. Später führt die Tour über die Staatsstraße zurück an den Ausgangspunkt in Schenna.

Der dritte Tag bringt eine Fahrt nach Pfatten ins Fahrsicherheitszentrum und einen Shopping-Nachmittag in der Landeshauptstadt. Der sogenannte Abendprolog am nächsten Tag führte über Dorf Tirol, durch das Zentrum von Meran nach Sinich und von da zurück nach Schenna. Die 5. Rute wurde zur Dolomitenrundfahrt, die 6. zu einer Erlebnisfahrt durch das restliche Südtirol wie z.B. Nonsberg, Mendelpass, Ultental, Kalterer See. Das Team mit dem lustigen Namen „Leberwurst“ gewann die Mannschaftswertung, in der Gesamtwertung machten die „Martinis“ mit dem VW „Karmann Ghia Typ 14“ das Rennen. Gute Organisation bringt natürlich angenehme Ergebnisse. Die Verantwortlichen freuen sich über die internationale Beteiligung und gute Kritik…

Wo sie Urlaub machen.

Die Sonntagszeitung Zett bringt in ihrer letzten Ausgabe eine Doppelseite über die vielen prominenten Politiker, die in Südtirol in den nächsten Wochen ihren Sommerurlaub verbringen werden. Trotz Regierungsrkise im Heimatland soll beispielsweise Wilhelm Molterer, Österreichs Noch-Vizekanzler, in Karthaus im Schnalstal ein paar Tage verbringen. Sein deutscher Kollege Walter Steinmeier wird wie gewohnt auf dem Ritten wandern, wo auch der ehemalige Minister Hans Jochen Vogel seinen Urlaub verbringt (Oberbozen). Und wo wir schon bei der SPD sind, noch der dritte im Bunde: Arbeitsminister Olaf Scholz soll Ende Juli in Südtirol sein, aber wo genau ist nicht bekannt. Die Chefin selbst bevorzugt das kühle Pustertal und will angeblich, wie bereits im vorigen Jahr, die Sommerfrische in Sexten verbringen, offenbar erneut im „Dolomitenhof“. Die Provinz Bozen ist aber auch bei Italiens Politikern beliebt. Außenminister Franco Frattini (ehem. Vizepräsident der EU-Kommission) soll kommen, die ehemaligen Staatspräsidenten Carlo Azeglio Ciampi (wie gewohnt auf der Seiser Alm) und Francesco Cossiga (der in Toblach schon erwartet wird). Und auch Ex-Premier Romano Prodi soll kommen. Ein Staatsoberhaupt fehlt allerdings in der Grafik: Es ist jenes des Staates Vatikan, Papst Benedikt, der sich in der Bischofstadt Brixen erfrischen will.

Klimawandel: Hagel in der Nähe von Bozen hört nicht auf

Da haben wir’s! Unsere selbstherrliche unüberlegte Produktion von Müll und Abgasen trägt Früchte…auch die globale Entwicklung auf unserer Erde trägt ihren Teil dazu bei. Der Klimawandel ist zum Großteil unser Verdienst. Der Mensch hilft fleißig mit, CO² und andere Gase in die Luft zu schleudern. Die Folge davon ist der Treibhauseffekt, der in den letzten Jahrzehnten die Temperaturen sehr nach oben katapultierte. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Niederschläge, die in Südtirol immer heftiger ausfallen und vor allem immer mehr Schaden anrichten. Hagel ist im Jahresplan ab Mitte Juni schon ein Fixpunkt, dem vor allem die Landwirte immer wieder mit Unbehagen entgegensehen. Jede schwarze Wolke macht die Menschen, deren Einkommen von der Natur abhängig ist, unruhig. 2008 hat der Hagel bereits rund um Bozen alles zerstört. Bleibt zu hoffen, dass sich der Schaden in ganz Südtirol in Grenzen hält.